Wertungssystem

Wertungssystem der Einzel- und Synchronwettbewerbe

Ein Wettkampf besteht für jede/n Turner/in zunächst aus einer Pflicht- und einer Kürübung. Schafft sie/er den Einzug in das Finale – in der Regel die besten 10 Aktiven – so wird eine weitere Kürübung geturnt. Das Finale beginnt mit dem Aktiven mit der niedrigsten Wertung und endet mit dem Aktiven mit der höchsten Wertung aus dem Vorkampf.

Pflicht und Kür unterscheiden sich dadurch, dass bei den Kürübungen der Schwierigkeitsgrad zu den Haltungswertungen hinzuaddiert wird. Des Weiteren sind in der Pflichtübung alle Sprünge vor dem Wettkampf eindeutig festgelegt. Bei leichteren Pflichten sind sogar alle Sprünge vorgeschrieben. Bei den höheren Pflichten kann der Turner die vorgegebenen Übungsteile in beliebiger Reihenfolge selbst zusammensetzen.

Eine Trampolinübung besteht grundsätzlich aus 10 verschiedenen Übungsteilen; die gestreckten Fußsprünge vor dem ersten Übungsteil werden nicht mitgezählt.

Die Übungen werden zum einen nach der ästhetischen Ausführung (Haltungsnote) und zum anderen nach dem technischen Inhalt (Schwierigkeitsgrad) bewertet.

Im Einzelwettkampf beurteilen 5 Haltungskampfrichter unabhängig voneinander die Ausführung. Von den 5 Noten wird die höchste und niedrigste gestrichen und die 3 verbleibenden addiert. Eine maximale Haltungsnote von 30 Punkten ist so möglich.

Zu dieser Haltungsnote wird bei den Kürübungen der Schwierigkeitsgrad der Übung addiert. Dieser setzt sich aus der Anzahl der Salti und Schrauben zusammen. So erhält jeder ¼ Salto sowie jede ½ Schraube 1/10 Punkte. 1/10 zusätzlich erhalten gebückte und gestreckte Ausführungen je ganzem Salto. Nach oben ist somit keine Grenze gesetzt, aber die höchste derzeit auf einem Wettkampf geturnte Schwierigkeit liegt bei  18,8 Punkten. (d.h. Im Durchschnitt ein doppelter Salto mit mindestens 3 Schrauben bzw. 3-facher Salto mit Schrauben.)

Im Synchronturnen bewerten immer 3 Haltungskampfrichter je einen Aktiven. Die jeweils mittlere Note kommt in die Gesamtwertung. Der Schwierigkeitsgrad der geturnten Übung wird ebenso addiert wie der doppelte Wert für die Synchronität der Übung. Die Synchronität wird von 3 Kampfrichtern bewertet und ergibt sich aus den Abweichungen bei der Landung pro Sprung.

Seit diesem Jahr wird zumindest bei den nationalen und internationalen Wettkämpfen die Sprunghöhe einer Übung mit bewertet. TOF = Time of Flight. Mittels Lichtschrankentechnik wird exakt gemessen, wie lange die/der Aktive in der Luft ist. Je höher der Wert, umso höher ist die/der Aktive gesprungen. Turnen zwei Turner/innen annähernd oder exakt die gleiche Haltung und Schwierigkeit, so kann die Höhe einer Übung über Sieg und Platzierung entscheiden.